malatsion
Anja Sieber
DIE TIEFE FORM
Vernissage: 25.Oktober 2026 15Uhr
Ausstellungsaduer: 26.10.2026 – 12.12.2026
Wie viel Natur liegt im Verborgenen, und was geschieht an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Erfassung und künstlerischer Transformation? Mit malatsion und Anja Sieber treffen zwei außergewöhnliche Positionen aufeinander, die der Natur mit analytischem Blick und philosophischer Schärfe auf den Grund gehen.
Beide Künstlerinnen vereint eine tiefgründige akademische Fundierung: Ihre wissenschaftlichen und bildnerischen Ausbildungen prägen eine Wahrnehmung, die weit über die reine Oberfläche hinausreicht. Sie isolieren, hinterfragen und übersetzen Prozesse der Wirklichkeit in eine eigene visuelle Grammatik. Ob durch das theoretische Fundament der Kunstgeschichte und Archäologie oder die intensive Auseinandersetzung mit Medien- und Kunsttheorie – in den Werken beider Positionen wird die Suche nach Gehalt zur Form selbst.

malatsion, Regenwald 2026

Anja Sieber, Vorwelt 2024
malatsion — Im Regenwald (2011 – fortlaufend)
Nach einem Studium der Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität Poitiers sowie der Bildenden Kunst an der Université Marc Bloch in Straßburg wendet malatsion eine sezierende, wissenschaftlich geschulte Beobachtungsgabe auf organische und technische Systeme an.
In ihrer fortlaufenden Serie Im Regenwald verbindet sie Monotypie-Zeichnungen in schwarzer Ölfarbe auf Glas mit lichtbildhaften Erzählungen. Inspiriert von Stop-Motion und Graphic Novels entfaltet sich ein ephemerer Lebenskampf: Insekten treffen auf die unerbittliche Mechanik von Kettensägen, Traktoren und Baggern. In rhythmo-visueller Metamorphose verwischen die Grenzen zwischen Tier und Maschine. Die Verwüstung breitet sich aus, während die Zeichnung selbst – kaum entstanden – abgewischt und neu geformt wird. Eine tiefgehende Meditation über Ephemerität, Zerstörung und Existenz.
Anja Sieber — Zwischen Vermessen und Erfinden
Nach ihrem Studium der Romanistik sowie der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften (Magistra Artium) vertiefte Anja Sieber ihr künstlerisches Schaffen an der Akademie für Malerei Berlin, wo sie als Meisterschülerin abschloss. Aus dieser Schnittstelle von Medienanalyse und Malerei erwächst ihre Faszination für komplexe Bildräume.
Ihre digitalen Bildwelten bewegen sich zwischen dem Sichtbaren und dem, was sich erst im Moment der Betrachtung konstituiert. Ausgehend von dreidimensionalen und fotografischen Vermessungen von Räumen und Körpern löst Sieber die gegebene Ordnung auf. Durch Überlagerung von Fragmenten und das Setzen gezielter Leerstellen entstehen eigenständige Zwischenwelten. Das Bild wird hier nicht mehr als bloße Abbildung verstanden, sondern als eigenständige Wirklichkeit, in der das Abwesende dieselbe Präsenz entfaltet wie das Dargestellte.
Ob Sie die Werke für sich sprechen lassen oder tief in die vielschichtigen Gedankenebenen eintauchen – diese Gegenüberstellung zeigt eindringlich, wie wissenschaftliche Präzision in philosophische Kunst übergeht.
Lesung – Omina, Jürgen Wolfstädter und Anja Sieber
Lesung 25.10.2026 18Uhr
Liebe Literaturfreunde,
„Man pflegt zu glauben, eine Geschichte müsse irgendwo beginnen: an einem Ort, an einem Tag, mit einer Ursache … Denn diese Geschichte widersetzt sich der Klarheit. Und doch hat sie sich ereignet.“
So beginnt „Omina“, der neue Band von Jürgen Wolfstädter & Anja Sieber: sieben Erzählungen und dreizehn Bildwerken.
Worum geht es?
Die Erzählungen führen in ganz verschiedene Welten: in ein Frankfurt, dessen Finanzordnung über Nacht zusammenbricht, zu einer Frau am Schminkspiegel, die auf ihr Leben und eine verweigerte Kommunion zurückblickt, in eine Kur mit Humor und Abgründen. Es geht um Schuld, Schicksal und das, was sich der Ordnung entzieht, mit feiner Ironie und einer rhythmischen, präzisen Sprache.
Die Bilder
Dreizehn Bildwerke von Anja Sieber unterbrechen die Erzählungen: körnige, leuchtende Formen zwischen Abstraktion und Andeutung, die nichts illustrieren, sondern zum Innehalten einladen und dem Text eine zweite, eigenständige Lesart schenken.
Die Ausgaben
- Standard-Ausgabe – 36€, 200 Seiten, Ausstattung: Hardcover, Altarfalz, Bauchbinde, Lesefaden
- Vorzugsausgabe, nur 20 Exemplare – 110€: zusätzlich ein signierter, nummerierter Pigmentdruck auf Hahnemühle-Papier, das Buch von beiden handsigniert und nummeriert.
- Jetzt Bestellen: Avinus Verlag, Hamburg, anja.sieber@avinus.de
Künstlerinnen des Hauses
Bunt und Farbig, Schwarz und Weiß
Vroni Schwegler, Johanna van Emden, Anja Sieber, Slava Seidel,
Diane Preyer, Isabelle Lafeuillle, malatsion,
Hans Jürgen Diez, Karlheinz Deutzmann
Vernissage: Sonntag, 13.12.2026 15Uhr
Ausstellungsdauer: 14.12.2026 – 30.01.2027
Neun Künstlerinnen und Künstler zeigen ein breites Spektrum: von realistischer Malerei bis hin zu abstrakten Darstellungen. Jede und jeder Ausstellende bringt ein eigenes Alleinstellungsmerkmal mit, einen hohen Wiedererkennungswert und die Bereitschaft, Risiken einzugehen. Die Werke verweigern sich der schnellen Rezeption. Sie erschließen sich erst beim zweiten Blick, auf vielfältigen und überraschenden Wegen. Hinter allen Arbeiten steht ein philosophischer Hintergrund, der weit über die Ästhetik hinausgeht.
Das macht eine Vernissage so besonders: Sie begegnen nicht nur der Kunst, sondern auch den Schaffenden selbst. Stellen Sie Ihre Fragen und bekommen Sie Antworten aus erster Hand.
Kommen Sie vorbei, schauen Sie zweimal hin, und lassen Sie sich überraschen.