Vroni Schwegler
Ausstellungseröffnung: Sonntag, den 31. 05. 2026 15 Uhr
Ausstellungsdauer: 01.05-18.06.2026
Schwegler-Baumstudien-Kaltnadelradierung auf Milchtütenkarton-2025
Vroni Schwegler, die über viele Jahrzehnte Stillleben von Fischen, Hühnern und Hasen geschaffen hat, zeigt in ihrer dritten Einzelausstellung in der Galerie neue Ölbilder, Collagen und Radierungen.
In dieser Ausstellung wendet sich die Künstlerin den Pflanzen zu. Blüten, Blätter und Zweige sammelt die Malerin in ihrem direkten Umfeld, dem Frankfurter Nordend. Zunehmend wecken auch Bäume das Interesse der Malerin.
Wie schon in früheren Ausstellungen thematisiert Schwegler auch hier die Vergänglichkeit, das verletzliche, vom Tod bedrohte Leben. Ihr Lehrer Hermann Nitsch schrieb bereits 2002 über ihre Tierbilder:
In der Malerei von Vroni Schwegler erscheinen tote Hasen daher nicht als bloße Stillleben, sondern als eindringliche Darstellungen von Tragik, Sterblichkeit und existenzieller Wahrheit. Im Unterschied zum klassischen Stillleben wird der Tod hier nicht ästhetisch beruhigt, sondern spürbar gemacht: Körperhaltungen, Blutspuren und die Nähe zum Embryonalen verweisen auf Leid, Rückkehr und einen Kreislauf von Werden und Vergehen. Nitsch erkennt darin auch religiöse Dimensionen, etwa Anklänge an Pietà und Auferstehung.Zugleich wird die Malweise selbst zum Ausdrucksträger: Der körperlich wirkende Farbauftrag und das „Wühlen“ im Material machen die Malerei zu einem existenziellen Prozess. Abstraktion und Gegenständlichkeit gehen ineinander über und verdichten sich zu einer neuen Wirklichkeit des Seins.
Mit der kommenden Ausstellung eröffnet Vroni Schwegler eine neue Perspektive ihres Schaffens. Während sie dem zyklischen Prinzip treu bleibt und unablässig das Werden und Vergehen thematisiert, verweist die Fragmentierung der gemalten Stücke auf immer enger werdenden Räume und drohende Verluste.
Den hier zitierten Text “Hasenmalen” von Hermann Nitsch können Sie in ungekürzter Form hier nachlesen:

