Dina Rautenberg & Hans Jürgen Diez
Ausstellungseröffnung: Sonntag, den 8.Februar 2026 15Uhr
Ausstellungsdauer: von 9.02-14.03.2026

Die Galerie Wolfsteadter freut sich, ab Februar 2026 die neue Ausstellung der Künstlerin Dina Rautenberg und Hans Jürgen Diez zu präsentieren.
Gezeigt werden die neuesten Werke, frisch aus ihrem Atelier, die zwischen Naturbeobachtung und persönlicher Empfindung angesiedelt sind.
Im Mittelpunkt der Künstlerin Dina Rautenberg stehen Bildwelten, in denen Vögel und natürliche Strukturen zentrale Motive bilden. Rautenberg arbeitet mit einer besonderen Technik: Ihre Kompositionen entstehen mithilfe der Nähmaschine auf Nesselstoff – ein Prozess, der filigran und zugleich kraftvoll wirkt. Auf den ersten Blick erscheinen die Bilder farbintensiv und nahezu chaotisch. Beim näheren Hinsehen entfaltet sich eine klare Ordnung: Vogelgestalten treten hervor, eingebettet in Farbräume und Liniengeflechte.
Ihre Werke entstehen über mehrere Monate. Farben wählt sie bewusst, um Stimmungen zu erzeugen, innere Bewegungen sichtbar zu machen und Emotionen beim Betrachter zu wecken. Ihr künstlerisches Konzept ruht auf zwei Ebenen. Die äußere Ebene richtet den Blick auf die Natur. Ihre Formen und Strukturen dienen ihr als unerschöpfliche Inspiration. Die innere Ebene spiegelt Gefühle, Erinnerungen und ihre Haltung zur Welt. Die Werke werden zu Projektionen innerer Zustände und verdichteten Momentaufnahmen eines persönlichen Dialogs. Beide Ebenen greifen ineinander und regen zum Nachdenken an.

Hans Jürgen Diez präsentiert aus der Serie Übermalungen eine Auswahl kleinformatiger Arbeiten auf Papier. Zu sehen ist unter anderem About El Greco (Acryl auf Fotopapier, 20 × 26,7 cm) sowie weitere Farbarbeiten, die auf Vorlagen bedeutender Künstler wie Anthonis van Dyck oder Peter Paul Rubens zurückgehen.
Aus kunstgeschichtlicher Perspektive knüpfen diese Arbeiten an die lange Tradition der künstlerischen Aneignung und Transformation an. Diez verwendet Reproduktionen kanonischer Werke als Ausgangspunkt, löst jedoch deren narrative, ikonografische und figürliche Inhalte konsequent auf. Übrig bleiben verdichtete Farbflächen und kompositorische Spannungen, die die strukturellen Grundprinzipien der jeweiligen Vorbilder sichtbar machen.
Im Zentrum steht dabei nicht die Wiedererkennbarkeit des Motivs, sondern die Analyse der Komposition: die Verteilung von Hell und Dunkel, die Rhythmisierung der Flächen sowie die farblichen Gewichtungen, die den historischen Gemälden ihre innere Dynamik verleihen. Durch die Übermalung verschiebt sich der Fokus vom erzählerischen Bildraum hin zu einer abstrakten Lesart, die das malerische Denken der Alten Meister in eine zeitgenössische Form übersetzt.
Diez’ Arbeiten bewegen sich damit im Spannungsfeld zwischen kunsthistorischer Referenz und autonomer Farbkomposition. Sie sind weniger als Zitat zu verstehen denn als reflektierende Auseinandersetzung mit malerischen Ordnungen, die über Jahrhunderte hinweg wirksam geblieben sind.
Wir laden Sie herzlich ein, die Werke von Dina Rautenberg und Hans Jürgen Diez in ihrer Vielschichtigkeit zu erleben.