,,Die blaue Stunde” mit Angelika Bleicker Schäfer, Diane Preyer & Lilly Gothe
Ausstellungseröffnung: Sonntag, den 26. 07. 2026 15 Uhr
Ausstellungsdauer: 27.07 – 29.08.2026

Kuratiert von Skyla Burnandt
Unter dem Titel „Die blaue Stunde“ betreten wir einen Raum des Übergangs – jenen flüchtigen Moment zwischen Tag und Nacht, in dem das vertraute Licht schwindet, die Konturen der Realität verschwimmen und Platz machen für das Ungefähre, das Suchende.
Es ist kein Zufall, dass dieser Zustand des Dazwischenseins das Fundament unserer neuen Ausstellung bildet. Konzipiert und kuratiert wurde sie von Skyla Burandt. Mit ihren 19 Jahren vertritt sie eine junge Generation und bringt eine Perspektive in die Galerie, die frei von akademischen Krusten ist. Sie blickt mit den Augen der heutigen Jugend auf die Kunst – einer Jugend, die von drängenden Fragen nach Identität, Sicherheit und Orientierung bewegt wird. Die von ihr getroffene Auswahl der drei Künstlerinnen fügt sich zu einer zusammenhängenden Erzählung über die großen, existenziellen Themen unserer Gegenwart.

Die Reise durch diese „blaue Stunde“ beginnt in den schwebenden Welten von Diane Preyer. Ihre Ölgemälde zeigen uns architektonische Fragmente, die sich einer eindeutigen Verortung entziehen. Es sind Räume, die seltsam fremd und gerade durch diese Verklärtheit zutiefst anziehend wirken.

Aus dieser architektonischen Stille gleitet die Erzählung der Ausstellung hinab in die dynamischen Tiefen der Naturphänomene von Lilly Gothe. Ihre farbintensiven Arbeiten in Aquarell, Tusche und Gouache führen uns direkt in eine vegetative Unterwasserwelt. Die Fische, die sich durch ihre fließenden Formen bewegen, stehen hier als kraftvolle Symbole für das Leben, für die ständige Bewegung und das Verbundensein.

Dieser vitale Lebensstrom stößt schließlich auf die unerbittliche, psychologische Tiefe im Werk von Angelika Bleicker-Schäfer, die den Blick radikal auf den Menschen zurückwirft. Ihre Zeichnungen und Collagen verweigern sich jeder gefälligen Ästhetik; es sind Porträts von einer rohen, existenziellen Klarheit. Wir begegnen zerrissenen Körpern, dunklen Tonwerten und vielschichtigen Oberflächen, die nicht gefallen wollen, sondern das innere Wesen des Menschen freilegen.
Skyla Burandt hat hier keine bloße Leistungsschau zusammengestellt, sondern ein dichtes, atmosphärisches Gewebe geknüpft, das die Bruchlinien unserer Identität offenlegt. Es ist ein Dialog, der zeigt, wie eine junge Kuratorin die zeitlosen Fragen nach dem Menschsein neu verhandelt und mit einer ganz eigenen Notwendigkeit versieht.